Bericht über Leberegel

Fasciola hepatica

Erfahrungen und Wissenswertes über den großen Leberegel

Persönliche Erfahrungen

Meine Islandstute Soley, die im März 2011 im Alter von 19 Jahren an den Symptomen von Leberegeln verstorben ist, wurde bereits 2007 in einer Klinik, sowie auf unseren „Pferdegesundheitstagen”, auf „Herz und Nieren” überprüft, da sie sehr beleibt schien. Jedoch wiesen weder Blutbilder noch Urintests auf irgendeine Erkrankung oder einen Mangel hin.
Durch einen Hufheilpraktiker wurde ich darauf aufmerksam, dass es sich um Wasseransammlungen handelt und nicht wie von mir angenommen um zu viel Futter. Also erlöste ich sie von ihren „Fressbremsen” und Diäten und stellte sie langsam auf eine entwässernde Haferfütterung mit unseren

Klaiberkräutern, Luzerne und 24 Stunden freie Aufnahmemöglichkeit von Heu (auch bei Weidehaltung) um. Mit dieser Fütterung und mit ganzjähriger
Weidehaltung in einer Herde hat sie langsam aber stetig eine Top Figur erlangt.

In den vergangenen 3 Frühjahren bekam sie zeitgleich mit zwei weiteren

Stuten sowie einem Wallach „Unterleibsprobleme“. Alle Ponys liefen wie bei einem leichten Kreuzverschlag. Soley legte sich dann gerne aufrecht hin. Ihre jetzt 22 Jahre alte Freundin Farina bekam plötzlich ein dickes Euter, woraus wir ca. einen Liter Milch abmelken konnten. Wir bekamen diese Symptome unter Einsatz mehrerer homöopathischer Mittel und Akupunktmassage jedoch wieder in den Griff.

Immer wieder bekamen einige Ponys/Pferde bei mir Hufgeschwüre. Fast zeitgleich bekamen diese beispielsweise im Herbst 2010 vier meiner Ponys, von denen eins schon über ein Jahr nicht mehr bei mir stand. Im Frühjahr

2010 und im Winter 2010/2011 hatten mehrer meiner Ponys plötzlich Hufrehe bzw. Huflederhautentzündungen, darunter zwei Ponys, die auch schon sehr lange nicht mehr bei mir standen und - aus meiner Sicht - optimal versorgt und gehalten wurden.

Anfang Februar diesen Jahres fand ich bei der 2. Fütterungstour des Tages

Soley, die mir und meiner Freundin (Tierheilpraktikerin Sabine Brandt) 6 Stunden zuvor noch als völlig gesund erschien, mehr tot wie lebendig aufrecht

(abseits der Herde) auf der Wiese liegend. Als sie mich sah wieherte sie, stand auf, verdrehte die Augen und legte bzw. fiel nach einigen hastigen Schritten wieder hin.

Da wir keine Darmgeräusche feststellen konnten, hatten wir erst den Verdacht einer Kolik (die wir mit den üblichen homöopathischen Mitteln und Colosan behandelten). Nachdem Sabine eine Akupunktmassage durchgeführt hatte, die ihr sichtlich gut bekam (einige Darmgeräusche konnten wir danach wieder hören), und Soley keine Anstalten mehr machte, sich hinzulegen aber immer wieder hektisch laufen wollte, holten wir sie mit der Herde nach Hause und stellten alle Pferde in meine kleine Reithalle. Dort stellten wir fest, dass die Feuchtigkeit im Fell nicht durch schwitzen kam, sondern dass Soley völlig unterkühlt war und die Nässe nicht mehr verdunstete. Wir wärmten und bürsteten Soley, welche sich immer wieder hinlegte oder hektisch lief (wahrscheinlich um ihren Kreislauf wieder in Schwung zu bekommen), während wir auf die Tierärztin warteten.

Unsere Tierärztin konnte kaum noch Herzschlag hören, hatte aber auch den Verdacht einer Kolik und behandelte diese. Nach den üblichen Kolik-Spritzen erschien Soley erst wie sediert, was sich aber beim Abklingen der Wirkung in wütende Toberei änderte.

Noch am selben Abend äpfelte sie normal, aber irgendwie wurden wir das

Gefühl nicht los, dass Soley noch etwas anders hatte.

Außerdem konnte sie nicht pinkeln, woraufhin die Tierärztin einen Katheter legte und als Nebendiagnose bei der rossigen Soley, ein „seltsames” Sekret in der Scheide feststellte, welches sie später mit Antibiotika behandeln wollte. Da viel uns auf, dass die oben genannten Probleme bei meinen Stuten immer mit der 1. Rosse im Jahr kamen.

Die Toberei, die derart extrem war, dass sie uns den Hänger „zerlegt” hätte, wenn wir in eine Klinik gefahren wären, hörte sofort auf, als wir ihr nach zwei Tagen einen Tropf verabreichten.

Danach stellte Soley das Fressen und Trinken fast komplett ein, obwohl wir ihr unser komplettes, leckeres Pferdefuttersortiment anboten. Wir vermuten, dass sie das Blut, was sie für die Verdauung gebraucht hätte, an anderer
Stelle nötiger hatte.

Mit Trinken fing sie sofort wieder an, als sie merkte, dass die Tierärztin und ihre Helferin sie wieder an den Tropf hängen wollten. Scheinbar um ihre Niere/Leber beim Verarbeiten der verabreichten Medikamente zu unterstützen, trank sie in der folgenden Zeit übermäßig viel. Der Urin, der beim Kathetern noch normal war, den sie in dieser Zeit absetzte, war stark bräunlich verfärbt.

Fressen wollte sie 3 Wochen lang nur Gras, was im Februar nicht so leicht zu finden ist, und mir besonders weh tat, da ich schon Mitleid mit den Pferden habe, wenn sie mal eine Stunde lang nicht fressen dürfen. Außerdem fröstelte es mir immer ein wenig, wenn wir längere Zeit die Gärten der Nachbarn abhüteten und ich auch etwas angeschlagen vom wenigen Schlafen war… Als wir dann eine innere Sepsis diagnostizierten und Soley eine Nacht lang etwas Fieber hatte, fing sie wieder an Heu zu fressen, als ob es das
Normalste von der Welt wäre.

Die Sepsis behandelten wir u.a. mit Antibiotika, was wir ihr in die Hinterhandsmuskulatur spritzen mussten, da sie an der Brust Spritzabszesse entwickelt hatte, während sie unsere zahlreichen Spritzen mit homöopathischen Mitteln in den Hals sehr gut vertrug.

Hinter den Vorderbeinen und im Bereich der Beckenknochen trat vor der Sepsis-Diagnose eine eitrige Lymphflüssigkeit aus. Außerdem bekam sie starken Durchfall.

Immer wenn Soley scheinbar eine Krankheit überwunden hatte (sie war zwischendurch mit ihren „Kollegen“ auch wieder auf der Wiese), zeigte sie eine leichte Lahmheit am linken Hinterbein. Wenn sie aber mit einer anderen Krankheit bzw. einem Symptom kämpfte, waren die Beine und Hufe auffällig kalt und sie war lahmfrei.

In den letzten Tagen ihres Lebens lief das rechte Vorderbein so stark an, dass sie Probleme beim lange Stehen bzw. Laufen bekam und sie sich hinlegte und erst nach einer „Quantenheiltherapie”, die Sabines Mutter Waltraud Brandt (Heilpraktikerin) durchführte, wieder aufstand und ein letztes mal unbedingt auf die Wiese wollte. Wir konnten Soley nicht überreden am Abend wieder nach Hause zu gehen. Auf der Wiese schwoll ihr dann später auch das linke Hinterbein an, was sie dann wieder zum Hinlegen veranlasste. Da sie mit 2 schmerzenden Beinen nicht mehr alleine aufstehen konnte, unterstützen wir sie dabei und nahmen sie und die anderen Pferde mit nach Hause.

Dort stellte ich sie auf einen Auslauf, wo sie zwischen einer Doppelbox sowie einer Einzelbox mit Gummimatten und Einstreu (kein Matratzenstreu) wählen konnte.

Sie legte sich leider in die Einzelbox, wo man ihr schlecht helfen konnte, und die Gummimatten doch für ihren Zustand zu rutschig waren.

Dann trat eitrige Lymphflüssigkeit aus diesen beiden Beinen aus, während über die anderen Stellen bereits wieder Fell gewachsen war. Die Beine schwollen ab und der Schmerz lies nach, aber trotz mehrfacher Aufstehversuche und dem Versuch meines Nachbarn Soley mit einem „Kuhhochhebegeschirr” und seinem Stalltrecker hinzustellen, bekamen wir sie nicht auf dem rutschigen Boden auf die Beine. Ich bestellte eine Aufhänge-Konstruktion extra für Pferde, doch noch vor der Ankunft machte Soleys Herz
(die inzwischen wieder ALLES mit Genuss fraß und die zahlreichen Behandlungen genoss) nicht mehr mit und sie starb.

In der Zeit, als Soley auf Dual-Gassen und Sitzsäcken gebettet in der Box lag, bekamen wir von Sabines Mutter ein Testset und einen Zapper (Multifrequenz-Zapper nach Dr. Hulda Clark). Bei dieser Testung kam es, leider für Soley zu spät, heraus:

Fasciola Hepatica = Leberegel

In der Zwischenzeit konnten wir diese Diagnose durch Kotproben auch bei meinen und anderen Pferden bestätigen.

Wir hoffen, dass Soley mit ihrer 6½-wöchigen Intensiv-Krankengeschichte ihren „Kollegen” und vielen anderen Pferden rechtzeitig helfen kann.

Für meine Pferde habe ich mich gegen eine chemische Leberegelkur (die derzeit nur für Rinder und Schafe auf dem Markt ist) entschieden, da diese, die Leber in meinen Augen zu sehr belasten würde. Ich habe meine Pferde, mit einer homöopathischen Kur, die ich von dem Tierarzt bekommen habe, der auch die Kotproben durchführte, behandelt. Diese Kur werde ich jetzt regelmäßig wiederholen. Außerdem behandeln wir meine Pferde weiter mit Akupunktmassage, Leber unterstützenden Kräutern und Futtermitteln, Matrix-Energetics, homöopathischen Mitteln und verschiedenen anderen Methoden und Mitteln, die gerne bei uns erfragt werden können.

Bei den Kotproben stellte sich auch heraus, dass meine vorangegangenen homöopathischen Wurmkuren und Kräuterwurmkuren erfolgreich waren.

Ich möchte noch abschließend erwähnen, dass in dieser schweren Zeit, zahlreiche Therapeuten (auch für Menschen), Tierärzte, Freunde, Bekannte, Mitarbeiter, Nachbarn, Verwandte, Tierkommunikatorin, Apothekerin… um das Wohl von Soley und mir bemüht waren. Dafür bin ich unendlich dankbar.


Auflistung der möglichen Symptome und ähnliche Erkrankungen:

Hufrehe,  Weidemyopathie,  Huflederhautentzündungen,  Hufgeschwüre, Metabolisches Symptom, Cushing, Koliken, Nierenkoliken, Verschlag, verspannte Rückenmuskulatur, Impfschäden (bei meinem Hund Hot Spots), eiternde Zahnwurzeln (Zementhypoplasie), Muskelabbau, Abmagerung, Kreislaufkollaps, Wasseransammlungen, Spritzabszesse und Neigung zu Abszessen aller Art, schlechtes Wachstum der Langhaare, einzelne lange Fellhaare, schlechter Fellwechsel, langes „Halten” des Winterfells im Bereich des Bauches, vermehrter Zeckenbefall, Borreliose, Unterleibsprobleme, Rossigkeitsprobleme, hormonelle Störungen, Herzgeräusche, Atemgeräusche, schuppiges Fell (meist große Schuppen), Überempfindlichkeit auf Mückenstiche, verändertes (wütendes) Verhalten, tränende Augen, Kot eher zu trocken und dunkel, großer Durst, dunkler Urin besonders nach

Medikamentengabe, periodisches Auftreten von Problemen im Herbst sowie im späten Winter bis Frühjahr, gelbe bzw. blasse Schleimhäute, gelbliches Hufhorn, schlechte Muskelwerte, Selenmangel, Zinkmangel, Arthrosen, schlecht heilende (eiternde) Wunden, Strahlfäule, geschwollene Lymphknoten, u.v.m.

Nicht alles deutet natürlich auf Leberegel hin und ich will auch nicht alle Pferdefreunde verrückt machen, aber ich würde mich freuen, wenn in der Zukunft wie mit den Würmern verfahren wird und diese regelmäßig untersucht (Kotprobe oder Blutentnahme mit Leberegel Titertest) und mit probaten Mitteln bekämpft werden.

Wissenswertes zum Leberegel

Der große Leberegel (Fasciola hepatica) gehört zu der Klasse der Trematoden (Saugwürmer) die wiederum zum Stamm der Plathelminthen (Plattwürmer), eine Untergruppe der Helminthen (parasitische Würmer) gehören, und kommt welt weit vor.

Für die Trematoden sind Schnecken die ersten Zwischenwirte, die zweiten Zwischenwirte sind bei einigen Arten Arthropoden oder Fische. Die Infektion der Pferde mit Fasciola erfolgt oral durch die Aufnahme der Metazerkarien (in einem Wirtsorganismus eingekapselte Zerkarie) an Pflanzen. Zerkarien

(Larvenform im Entwicklungszyklus der Saugwürmer) verlassen den Wirt, meist eine Schnecke, und enzystieren sich als Metazerkarien in bestimmten

Tieren bzw. Pflanzen. Diese Metazerkarien werden vom Wirt aufgenommen und entwickeln sich in ihm zu adulten Tieren, die mit der Produktion von Eiern beginnen.

Die Infektionskrankheit nennt sich Fasciolose und verläuft häufig inapparent. Zudem wird die infektion beim Pferd selten diagnostiziert, wahrscheinlich weil bei der routinemäßigen Kotuntersuchung (welche als solche beim Pferd eh immer noch zu selten gemacht wird) in der Regel keine speziellen Verfahren zum Nachweis von Fasciola-Eiern eingesetzt werden.
Verläuft die Erkrankung jedoch klinisch manifest in subakuter oder chronischer Form, so können sich unter anderem folgende Symptome einstellen (siehe auch Fallbeispiel oben):

-    wechselnde Inappetenz
-    Leistungsminderung
-    Gewichtsverlust
-    Teilweise Diarrhö
-    Leichte Anämie
-    Ikterus
-    Eosinophilie(Erhöhung der Zahl eosinophiler Granulozyten (kurz: Eosinophile) im Blutbild, verursacht durch die Parasiten)                        
-    Erhöhung der Konzentration von Leberenzymen (GLDH, GGT) im Serum                        

Der    Nachweis der Fasciola-Eier im Pferdekot erfolgt im Sedimentationsverfahren. Es empfiehlt sich wegen der häufig geringen Eiausscheidung eine größere Kotmenge (30-40g) zu untersuchen.


Sollten Sie irgendwelche Fragen haben, oder unsere Hilfe wünschen, schreiben Sie uns:

fritzi@fritzis-reitshop.de
oder rufen Sie im Laden an: 05634-518

Außerdem würden wir uns über Erfahrungsberichte, die Sie gerne auch in unserem Gästebuch veröffentlichen dürfen, freuen: www.fritzis-reitshop.de

Bei Themen-Recherchen ist Herr Fuchs von www.agrarnetz.com auf uns aufmerksam geworden und bat uns, ein interessantes E-Book zum Thema "Weidehaltung von Kühen" zu verlinken, was wir hiermit gerne tun!

Sie finden den Artikel und das E-Book hier: "Weidehaltung von Kühen"

Tags: Leberegel
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